KI am Küchentisch

von Nicole Angela Buck

Wie mein 86-jähriger Vater KI nutzt – ohne App, ohne Account, ohne einen einzigen Prompt

Nicole Angela Buck ist viel mehr als Kommunikations- und Grafik-Designerin

Sonntagmittag bei meinen Eltern. Kaffee auf dem Tisch, Kuchen daneben, das übliche Programm. Nur dass ich diesmal mein Handy zücke, auf das kleine Mikrofon-Symbol tippe und einfach drauflos rede. Mitten in die App rein. Meine Mutter schaut mich an. Mein Vater schaut mich an. Beide mit großen Augen.

„Das geht jetzt einfach so?", fragt mein Vater.

Ja, Papa. Das geht einfach so.

Mein Vater ist 86. Meine Mutter 75. Beide keine Digital Natives, um es vorsichtig auszudrücken. Und trotzdem nutzt mein Vater heute KI. Regelmäßig. Für echte Projekte. Ohne jemals eine App installiert, einen Account angelegt oder auch nur einen einzigen Prompt geschrieben zu haben.

Wie das geht? Darum geht es in diesem Artikel. Und ich verspreche Dir: Wenn mein 86-jähriger Vater das hinbekommt, dann schaffst Du das erst recht.

„KI ist nichts für mich" – Der größte Irrtum, den ich kenne

Ich höre diesen Satz so oft. In meinen Kursen. Auf LinkedIn. In Gesprächen mit Selbstständigen, die eigentlich längst wissen, dass sie an KI nicht mehr vorbeikommen.

„Ich bin zu alt dafür." „Das ist mir zu technisch." „Ich hab keine Ahnung von sowas."

Und ich verstehe das. Wirklich. Als ich im November 2022 zum ersten Mal von ChatGPT hörte, war meine Reaktion auch nicht gerade euphorisch. Eher so: „Was soll das? Braucht kein Mensch." Ich war skeptisch, desinteressiert, fast schon genervt vom Hype.

Heute, gut drei Jahre später, arbeite ich jeden Tag mit KI. Sie ist fester Bestandteil meiner Agentur, meiner Kurse, meiner gesamten Content-Strategie. Und inzwischen sogar fester Bestandteil der Pressearbeit meines Vaters.

Was sich geändert hat? Nicht die Technik. Die war schon damals gut. Was sich geändert hat, ist mein Verständnis dafür, wie einfach der Einstieg tatsächlich sein kann. Und dass man dafür weder Informatik studiert haben muss noch Digital Native sein muss.

Man muss nur jemanden haben, der einem zeigt, wie es geht. Oder eine Tochter, die man anrufen kann.

Ein Anruf, drei Tools, ein Presseartikel – so einfach geht KI

Mein Vater ist Pressemann in seinem Chor. Das heißt: Nach Konzerten, Auftritten und besonderen Anlässen schreibt er Presseartikel für die lokale Zeitung. Das macht er mit Herzblut und Engagement.

Und seit einer Weile mit meiner Hilfe. Beziehungsweise: mit der Hilfe von KI.

Der Ablauf? Denkbar simpel. Mein Vater ruft mich an. Er erzählt mir, worum es geht, gibt mir die wichtigsten Stichpunkte. Manchmal kommen die auch per Mail – ein paar Sätze, ein paar Fakten, die Eckdaten des Events.

Dann setze ich mich an den Rechner und gebe exakt diese Stichworte in drei verschiedene KI-Tools ein: ChatGPT, Claude und Gemini. Eins zu eins, die gleichen Infos. Warum drei? Weil jedes Tool einen anderen Stil hat, andere Schwerpunkte setzt, andere Formulierungen findet. Ich mache das regelmäßig, um die Tools miteinander zu challengen – und um meinem Vater die bestmögliche Auswahl zu bieten.

Die drei Ergebnisse schicke ich ihm dann per Mail. Dazu immer ein paar alternative Überschriften.

Und dann passiert das Schönste: Mein Vater, der KI-mit-Kopf-Macher, öffnet die drei Dateien, liest sie durch und baut sich daraus seinen eigenen Artikel. Er nimmt Formulierungen, die ihm gefallen, streicht, was ihm nicht passt, und fügt sein eigenes Wissen und seine eigene Perspektive hinzu. Er hat dabei immer eine zweite Datei offen, in der er besonders gelungene Formulierungen für den nächsten Presseartikel sammelt.

Das ist KI mit Kopf in Reinform. Mein Vater entscheidet. Er wählt aus. Er gibt den Ton an. Die KI liefert Rohstoff – er macht daraus seinen Artikel.

Und das Wichtigste: Er hat nie eine App geöffnet. Nie einen Account angelegt. Nie einen Prompt geschrieben. Er ruft seine Tochter an. Der Rest passiert im Hintergrund.

Das Bild, das schwebt – Warum KI den Menschen braucht

Aber natürlich braucht ein guter Presseartikel auch ein gutes Bild. Und mein Vater hat da ganz genaue Vorstellungen, was er auf dem Bild rüberbringen will.

Also hat er bei mir quasi telefonisch sein Bild bestellt. Ich hab mein Handy gezückt – diesmal ChatGPT – und dort meinen CustomGPT aufgerufen, den ich mir für Midjourney-Prompts gebaut habe. Papas Idee rein, Prompt raus, ab damit in Midjourney. Vier Bilder innerhalb von Minuten.

Die hab ich dann meinen Eltern zur Auswahl geschickt. Und jetzt wird es spannend.

Zuerst kam ein begeistertes „Wow!" Aber dann – und das war mein bewusster Tipp an meine Eltern – habe ich gesagt: „Schaut genau hin. Guckt Euch die Details an. Die Finger, die Hände, die Proportionen."

Und tatsächlich: Auf den zweiten Blick fiel auf, dass in einem der Bilder das Notenheft, das die Chorsänger eigentlich unterm Arm tragen sollten, frei in der Luft schwebte. Weit weg von jeder Hand, ohne jeglichen Halt. Einfach so. Mitten im Bild.

Meine Eltern haben gelacht. Und genau das ist der Punkt.

KI ist beeindruckend. KI ist schnell. KI kann Dinge, die vor drei Jahren noch Science-Fiction waren. Aber KI macht Fehler. Manchmal offensichtliche, manchmal subtile. Und genau deshalb braucht es den Menschen. Den Kopf. Das Auge. Jemanden, der hinschaut und sagt: „Moment, das stimmt so nicht."

KI mit Kopf. Das ist nicht nur mein Slogan. Das ist meine Überzeugung. Und mein 86-jähriger Vater hat es am Küchentisch live demonstriert: Ohne sein kritisches Auge wäre ein Bild mit schwebendem Notenheft im Presseartikel gelandet.

Reinsprechen statt tippen – Der Einstieg, den jeder schafft

Zurück zum Sonntagmittag. Zu dem Moment, in dem ich meinen Eltern die App gezeigt habe. Ich wollte ihnen demonstrieren, wie simpel der Einstieg sein kann. Kein Tutorial, kein Einrichtungsprozess, keine Erklärung von Fachbegriffen.

Ich habe einfach auf das Mikrofon getippt und angefangen zu sprechen.

Die KI hat zugehört, transkribiert, verstanden. Aus meinen gesprochenen Worten wurde Text. Sinnvoller, strukturierter Text. Innerhalb von Sekunden.

Mein Vater: „Das ist unglaublich." Meine Mutter: Große Augen, offener Mund.

Und genau hier liegt der Game-Changer für alle, die denken, KI sei zu kompliziert: Du musst nicht tippen. Du musst keinen perfekten Prompt formulieren. Du musst nicht mal wissen, was ein Prompt ist.

Du redest einfach drauf los. So wie Du mit einer Kollegin reden würdest. Oder mit Deiner Tochter am Küchentisch.

Natürlich – und das sage ich ganz ehrlich – steckt hinter meinen Ergebnissen mehr als nur Drauflossprechen. Ich weiß, wie ich der KI genug Kontext gebe. Ich weiß, wie ich sie führe. Mein Projekt hier in Claude, mit dem ich meine Blogartikel schreibe, hat eine Menge Kontext aufgebaut – 48 Blogartikel im letzten Jahr, und die KI kennt jeden einzelnen davon.

Aber der Einstieg? Der ist genau so einfach, wie ich es meinen Eltern gezeigt habe. Handy aufmachen, Mikrofon antippen, reden. Das Feintuning kommt mit der Zeit. Der erste Schritt ist der leichteste.

Meine drei KI-Begleiter: Kumpel, große Liebe und Buddy

Wenn Du mich fragst, welches KI-Tool das beste ist, bekommst Du keine einfache Antwort. Denn ich arbeite mit dreien – und jedes hat eine eigene Rolle in meinem Alltag.

ChatGPT ist mein Kumpel. Der, den ich seit Anfang an kenne. Mit dem ich angefangen habe. Der für viele Aufgaben schnell und zuverlässig ist. Und für den ich CustomGPTs gebaut habe – wie den für Midjourney-Prompts, den ich für meinen Vater genutzt habe.

Claude – das ist meine große Liebe. Und ja, ich sage das ganz bewusst so. Denn Claude kann etwas, das für meine Arbeit den entscheidenden Unterschied macht: Projekte. Richtige, kontextstarke Projekte, in denen alles aufeinander aufbaut. Mein Blogartikel-Projekt kennt meinen Schreibstil, meine Positionierung, meine Zielgruppe, meine bisherigen Artikel. Wenn ich Claude bitte, mir eine Zusammenfassung von Blogartikel Nummer 48 zu geben, bekomme ich sie. Einfach so. Weil der Kontext da ist. Bei ChatGPT sind die Projekte eher eine Sammlung – sie können bei mir nicht aufeinander zugreifen. Das ist für mich der ganz große Unterschied.

Gemini ist mein Buddy. Solide, zuverlässig, und im Google-Universum natürlich unschlagbar. Wer mit Google Workspace arbeitet – Docs, Sheets, Gmail – der hat in Gemini einen KI-Partner, der sich nahtlos in den eigenen Workflow einfügt. Für mich ist Gemini der dritte im Bunde, wenn ich meine Tools gegeneinander antreten lasse, wie bei den Presseartikeln meines Vaters.

Und dann gibt es noch Perplexity – das ist allerdings eine ganz andere Liga. Perplexity ist keine KI, mit der ich Texte schreibe oder Content erstelle. Perplexity ist meine Recherchemaschine. Wenn ich Fakten brauche, aktuelle Informationen suche oder tiefere Recherchen zu einem Thema mache, ist Perplexity mein Go-to-Tool. Nicht vergleichbar mit den anderen dreien, aber in seiner Rolle unverzichtbar.

Drei KI-Begleiter für Content und Kreation. Ein Recherche-Profi an der Seite. Jedes Tool an seinem Platz.

Und die ehrliche Wahrheit: Du brauchst nicht alle vier. Für den Anfang reicht ein einziges Tool. Der Einstieg zählt – nicht die perfekte Tool-Auswahl.

KI mit Kopf – Von meinem Küchentisch in meine Kurse

Was ich meinen Eltern am Sonntagmittag gezeigt habe, ist im Kern das Gleiche, was ich in meinen Kursen und Workshops vermittle: Der Einstieg in KI muss nicht kompliziert sein. Er muss nicht perfekt sein. Er muss vor allem eins sein – machbar.

In meinen Programmen „Schritt für Schritt" und „Tritt sicher" erleben meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer genau das: Wir starten nicht mit Theorie. Wir starten mit dem ersten Ergebnis. In 20 Minuten steht der erste Text – und er klingt nach Dir, nicht nach Roboter. Das ist der Moment, in dem die Augen genauso groß werden wie bei meinen Eltern am Küchentisch.

Denn der größte Feind des KI-Einstiegs ist nicht mangelndes Technikwissen. Es ist die Vorstellung, dass man erst alles verstehen muss, bevor man anfangen darf.

Musst Du nicht.

Mein Vater versteht nicht, wie ChatGPT, Claude oder Gemini im Detail funktionieren. Er versteht nicht, was ein Large Language Model ist oder wie neuronale Netze arbeiten. Aber er nutzt KI. Erfolgreich. Für echte Projekte. Jede Woche.

Weil er einfach angefangen hat. Weil er jemanden hatte, der ihm die Tür aufgehalten hat.

Und genau das ist mein Job: Dir die Tür aufzuhalten. Ob in meinen Online-Kursen, in meinen Workshops, in meinen Keynotes oder in einer individuellen Beratung. Der erste Schritt ist immer der gleiche: Einfach anfangen. Den Rest bauen wir gemeinsam auf.

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Fazit: KI ist für alle da – von 25 bis 86

KI ist keine Frage des Alters. Keine Frage der Technikaffinität. Und schon gar keine Frage der Intelligenz.

KI ist eine Frage des Anfangens.

Mein Vater macht es vor. Mit 86 Jahren. Ohne App, ohne Account, ohne Prompt. Er hat eine Tochter, die die Brücke baut – und ein Auge, das die Fehler findet. Mehr braucht es nicht für den Anfang.

Und Du? Du brauchst noch nicht mal eine Tochter mit KI-Expertise. Du brauchst nur die Bereitschaft, den ersten Schritt zu machen.

Der erste Schritt muss nicht groß sein. Er muss nur passieren.

Sonntagmittag bei meinen Eltern. Der Kaffee ist kalt geworden, der Kuchen fast aufgegessen. Mein Vater schaut mich an und sagt irgendwas in der Richtung von „unglaublich, was heute alles möglich ist."

Und ich sitze da und denke: Das, was ich gerade fühle, das ist der Grund, warum ich das mache. Nicht die Technik. Nicht die Tools. Nicht die Prompts. Sondern dieser Moment. Wenn jemand – egal ob 86 oder 36 – versteht, dass KI kein Hexenwerk ist. Dass der Einstieg leichter ist, als man denkt. Und dass man dafür keine einzige App öffnen muss.

Nur den Mund. Und ein bisschen den Kopf.

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Quelle: Meine Erfahrungen und der Dialog mit Claude. Die Bilder sind mit Midjourney und fal.ai generiert.

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Ich bin Nicole

Nicole Angela Buck – KI-Trainerin und Kommunikationsdesignerin in ihrem Atelier, lächelnd in gelbem Blazer

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Kommunikations- und Grafik-Designerin und meiner Ausbildung als zertifizierte KI-Trainerin unterstütze ich Dich dabei, Deine Firma optimal online zu präsentieren. Lerne, wie Du durch präzise und intelligente Online-Strategien Deinen Betrieb nicht nur zeigst, sondern eine Geschichte erzählst, die bleibt. Mit Unterstützung einiger wichtiger KI-Tools darf Dein Content-Marketing wirklich Spaß machen!

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