Von Ahnungslosigkeit zur Transformation

von Nicole Angela Buck

Die sieben Räume der Verwandlung:
So ist KI-Integration erfolgreich

 

Veränderungen sind ein unvermeidlicher Teil des Lebens und der Arbeit, besonders in Zeiten schneller technologischer Fortschritte. Ein Modell, das besonders hilfreich ist, um die emotionalen und psychologischen Phasen zu verstehen, die Menschen durchlaufen, ist das Modell der "sieben Räume der Verwandlung". In diesem Artikel werde ich dieses Modell vorstellen und erklären, wie es sich speziell auf den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) anwenden lässt. Dieses Change Management Modell kombiniert Konzepte aus bekannten Veränderungsmodellen und erweitert sie um zusätzliche Phasen, die im Kontext von KI besonders relevant sind.

 

Die Ursprünge der Veränderungsmodelle

Zunächst ein kurzer Überblick über die Ursprünge der Veränderungsmodelle:

Claes Janssen's "Haus der Veränderung":
Claes Janssen entwickelte sein Modell in den 1970er Jahren. Es beschreibt vier emotionale Räume: Zufriedenheit, Verleugnung, Verwirrung und Erneuerung. Janssens Modell betont die zyklische Natur von Veränderungen und wie Menschen zwischen diesen Räumen hin- und herwechseln können.

Elisabeth Kübler-Ross' Change Curve:
Ursprünglich in ihrem Buch "On Death and Dying" (1969) vorgestellt, beschreibt dieses Modell die fünf Phasen der Trauer: Verleugnung, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz. Es wurde später adaptiert, um die emotionalen Reaktionen auf Veränderungen in Organisationen zu erklären. Im Rahmen meiner Ausbildung zur zertifizierten AI-Trainerin habe ich erstmals bewusst die "sieben Räume der Verwandlung" kennengelernt, eine Erweiterung der oben genannten Modelle. Diese sieben Räume bieten eine umfassendere Struktur für das Verständnis der Veränderungen, insbesondere im Umgang mit KI.

Die sieben Räume der Verwandlung

 

Hier sind die sieben Räume, die den Veränderungsprozess im Kontext der KI beschreiben:

  1. Ahnungslosigkeit: In diesem Raum sind Menschen sich der bevorstehenden Veränderung nicht bewusst oder haben noch keine Vorstellung davon. Sie haben wenig Wissen über die Möglichkeiten und Herausforderungen der KI.
    Beispiel: Ein Handwerksbetrieb, der noch nie von KI gehört hat und keine Ahnung von den potenziellen Auswirkungen auf seine Arbeitsweise hat.

  2. Schock: Überraschung und oft auch Furcht vor der schnellen Entwicklung und den Fähigkeiten der KI. Die erste Reaktion ist oft überwältigend.
    Beispiel: Die ersten Berichte über KI-gesteuerte Maschinen, die handwerkliche Tätigkeiten schneller und präziser ausführen können, führen zu Besorgnis bei den Mitarbeitern.

  3. Verneinung: Ablehnung oder Skepsis gegenüber KI, oft aufgrund von Unwissenheit oder Angst vor dem Unbekannten. Menschen klammern sich an den Status quo.
    Beispiel: Mitarbeiter oder Geschäftsinhaber, die behaupten, dass KI nur ein vorübergehender Trend ist und ihre Arbeit nicht wirklich beeinflussen wird.

  4. Verwirrung: Unsicherheit darüber, wie KI sinnvoll und sicher eingesetzt werden kann, sowie die möglichen Konsequenzen. In dieser Phase herrscht oft Desorientierung.
    Beispiel: Versuche, erste KI-Tools zu integrieren, führen zu Verwirrung und Frustration, weil die neuen Arbeitsprozesse noch nicht klar sind.

  5. Akzeptanz: Erkenntnis, dass KI unvermeidlich ist und Vorteile bieten kann. Erste Schritte, sich mit der Technologie auseinanderzusetzen, werden unternommen.
    Beispiel: Schulungen und Workshops helfen, die Vorteile der KI zu verstehen und erste Anwendungsmöglichkeiten zu erkennen.

  6. Integration: Aktive Einbindung von KI in Arbeitsprozesse und Alltag, wobei die Technologie als unterstützendes Werkzeug gesehen wird.
    Beispiel: KI-gestützte Tools werden regelmäßig genutzt, um Arbeitsprozesse zu optimieren und Effizienz zu steigern.

  7. Transformation: Grundlegende Veränderungen und Innovationen, die durch die Nutzung von KI möglich werden, führen zu neuen Geschäftsmodellen, Arbeitsweisen und gesellschaftlichen Strukturen.
    Beispiel: Der Handwerksbetrieb entwickelt neue Dienstleistungen, die ohne KI nicht möglich gewesen wären, und stellt sich innovativ und zukunftsorientiert auf.

Meine persönliche Erfahrung

Während meiner Ausbildung zur zertifizierten AI-Trainerin habe ich diese sieben Räume intensiv kennengelernt. Besonders im Rahmen der Calls zum Thema "Transformation in Dein Business" waren diese Räume ein zentrales Thema. Ich erinnere mich noch gut an den Call mit Torsten J. Koerting, als er uns fragte, wo wir denn unsere Kunden sehen würden. Meine Antwort war damals nicht die "Ahnungslosigkeit", sondern die "vollste Ahnungslosigkeit" – ein Zustand, in dem man noch weiter entfernt von der Erkenntnis ist. Genauso empfand ich meine Kundinnen und Kunden zum damaligen Zeitpunkt. Und heute... manche sind ein Stück weiter, andere verharren nach wie vor geradezu vehement in der Ahnungslosigkeit.

Auch heute fühle ich mich oft in diesen Räumen wieder. Die rasante Entwicklung neuer Tools und Versionen, besonders im Bereich der Bild- und Videogenerierung, macht es alles andere als einfach, immer Schritt zu halten. Mein Newsletter "Schritt halten. Der Newsletter für KI mit Kopf." soll genau hier ansetzen und helfen, den Anschluss nicht zu verlieren. Vor allem darf er auch dazu einladen, nicht nur Tools der Tools wegen zu testen.

Persönliche Einblicke und praktische Anwendungen

Ich konzentriere mich auf wenige, aber relevante KI-Tools in der Anwendung. Es ist unmöglich, Expertin für tausende Tools zu sein. Mit über 25 Jahren praktischer Erfahrung im Agenturalltag weiß ich, wie wichtig es ist, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und dies effizient zu nutzen. Zumindst in meinem Bereich kann ich sagen, ich nutze InDesign und fühl mich hier mehr als zuhause. Klar, es gibt QuarkXPress, früher gab es noch PageMaker. Bereits "damals" entschied ich mich für die Adobe-Produkte und haben diesen Einsatz perfektioniert.

Durch meine tägliche Anwendung mit ChatGPT habe ich gelernt, wie man richtig promptet. Ich bin kein Fan von Listen der "besten 20 Prompts", sondern der Überzeugung, dass man verstehen muss, wie es funktioniert – ähnlich wie Mathematik oder Grammatik: irgendwie stur und mit Kopf.

Ich liebe es, das zu machen, was ich gelernt habe, und setze nicht einfach KI ein, sondern denke in Anwendungsfällen und Prozessen. Diese spalte ich bis ins kleinste Detail auf und setze sie dann um – mit den Tools, die für den jeweiligen Anwendungsfall nötig sind. Manchmal sind es Bilder mit Midjourney, manchmal Videos mit HeyGen oder Social Media Posts und für meine Texte nutze ich ChatGPT und meine CustomGPTs. Wenn es um Automatisierung geht, schlägt mein Herz für Make. Die Möglichkeiten der Assistants und der Automatisierung sind gigantisch.

Fazit

Die sieben Räume der Verwandlung bieten eine wertvolle Struktur, um die emotionalen und psychologischen Phasen zu verstehen, die Menschen im Umgang mit KI durchlaufen.
Indem wir diese Phasen erkennen und aktiv managen, können wir die Herausforderungen der Veränderung besser bewältigen und die Vorteile der KI voll ausschöpfen.

Jetzt ist nur noch die Frage - in welchem Raum siehst Du Dich heute und was denkst Du, wo Du morgen aufwachen wirst? Ich bin gespannt, mehr zu erfahren.

 

 

 

 

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Quelle: Meine Erfahrungen, meine Gedanken und der Dialog mit ChatGPT. Die Bilder der einzelnen Minifiguren sind mit Midjourney generiert - auch wenn ich sonst die realistischen Steine und auch die typischen Gelbköpfe aus Dänemark bevorzuge. Die "Beweise" gibt's auch auf Instagram (Link zu Steinehunger) oder auf meiner Homepage (Link). Und genau deshalb habe ich das Hauptbild auch selbst gemacht.

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Ich bin Nicole

Mit über 25 Jahren Erfahrung als Kommunikations- und Grafik-Designerin und meiner Ausbildung als zertifizierte AI-Trainerin unterstütze ich Dich dabei, Dein Handwerk optimal online zu präsentieren. Lerne, wie du durch präzise und intelligente Online-Strategien Deinen Betrieb nicht nur zeigst, sondern eine Geschichte erzählst, die bleibt.

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